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Nr. 7+8/2010

 

 

 

 

 

 

 

Organ der Arbeitsgemeinschaft der

katholischen Blindenvereinigungen im

deutschen Sprachraum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herausgeber:

Deutsches Katholisches Blindenwerk e.V.

Graurheindorfer Straße 151a, 53117 Bonn, Deutschland

Telefon 0049 /2 28 / 559 49 29

Telefax 0049 /2 28 / 559 49 19

Internet: www.blindenwerk.de

 

Inhalt

Seligpreisungen für den Sommer (Paul Weismantel) .................

Die Quelle des Lebens (Franz-Josef Ortkemper) ........................        

Delegiertenversammlung des DKBW (Margrita Appelhans) .......        

Sehbehinderten-Sonntag ............................................................        

Predigt zum Sehbehinderten-Sonntag (Matthias Hierlinger) .......        

Ungewöhnliche Aktion zum Sehbehinderten-Sonntag

(Christof Müller) ..................................................................        

Die „Welt im Dunkeln“ muss nicht dunkel sein

(Ursula Gremminger) ..........................................................        

Eine Woche im Ostseebad Boltenhagen

(Herbert und Margarita Foit) ...............................................        

Behindertenpastoral Klagenfurt (Heinz Kellner) ..........................        

Auf den Spuren Jesu und der Bibel (Irmgard Uhl) ......................        

Können Kranke heilsam für Gesunde sein? (Olga Menghin) ......        

Einladung und Vorankündigungen (Gerlinde Gregori) ................        

Gebetsmeinungen August und September 2010

 (Thomas Stürz) ..................................................................        

 

 

 

 

 

 

 

 

Seligpreisungen für den Sommer

Wohl denen, die nach der harten Arbeit auch die andere Seite des Lebens entdecken in den unbeschwerten Tagen der Erholung, der Entspannung und der Ferien.

Wohl denen, die neben der Tretmühle des Alltags die Freiheit und Freizeit des eigenen Lebens groß schreiben und genießen in den Wochen des Urlaubs.

Wohl denen, die nicht verlernt haben, sich an der Muße zu freuen und die Schönheit der Schöpfung in nächster Nähe oder in weiter Ferne zu bewundern.

Wohl denen, die das Geschenk einer frühen Morgen- oder späten Abendstunde unter freiem Himmel verkosten und darin einen persönlichen Gruß ihres Schöpfers entdecken.

Wohl denen, die sich und anderen all das Gute und Schöne gönnen als Gabe Gottes, die aufatmen, aufblühen und aufleben lässt, auch bei manchmal widrigem Wetter.

Paul Weismantel

(Aus: NKiz 25/2010)

Die Quelle des Lebens

Psalm 36

Der Frevler spricht: „Ich bin entschlossen zum Bösen.“

In seinen Augen gibt es kein Erschrecken vor Gott.

Er gefällt sich darin, sich schuldig zu machen und zu hassen.

Die Worte seines Mundes sind Trug und Unheil;

er hat es aufgegeben, weise und gut zu handeln.

Unheil plant er auf seinem Lager,

er betritt schlimme Wege und scheut nicht das Böse.

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,

deine Treue, so weit die Wolken ziehn.

Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes,

deine Urteile sind tief wie das Meer.

Herr, du hilfst Menschen und Tieren.

Gott, wie köstlich ist deine Huld!

Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel,

sie laben sich am Reichtum deines Hauses;

du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,

in deinem Licht schauen wir das Licht.

Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem Herzen!

Lass mich nicht kommen unter den Fuß der Stolzen;

die Hand der Frevler soll mich nicht vertreiben.

Dann brechen die Bösen zusammen,

sie werden niedergestoßen und können nie wieder aufstehn.

 

Der Psalm schildert in seinem ersten Teil (V. 2-5) so etwas wie einen praktischen Atheismus. Dem Frevler wird schroff die Gerechtigkeit Gottes in V. 6-10 gegenübergestellt. Die biblische Weisheit hat gern mit solchen Schwarz-Weiß-Bildern gearbeitet. Der Frevler ist völlig vom Bösen infiziert. Er plant Trug und Unheil, er geht auf schlimmen Wegen. Gott spielt für ihn nicht die geringste Rolle.

Ab V. 6 singt der Psalm einen Hymnus auf die Güte und Treue Gottes. Seine Güte ist universal, er ist die Quelle des Lebens, er überstrahlt die ganze Welt mit seinem Licht. Die ganze Welt wird durchmessen: Gottes Gerechtigkeit so hoch wie die höchsten Berge, seine Urteile tief wie das Urmeer. In geradezu mütterlichen Bildern spricht der Betende von dem Gott, bei dem Menschen sich bergen können, wie die Küken unter den Flügeln ihrer Mutter. In V. 9a ist wohl nicht nur an den Tempel gedacht, sondern an die ganze Schöpfung, die wie ein Lebenshaus beschrieben wird, in dem Menschen sich sättigen können, wie ein paradiesischer Garten, in dem Ströme des Lebens fließen. Gott ist die lebendige Quelle, aus der man Leben schöpfen kann, und das umsonst (Jes 55,1 f. M. Oeming).

In den VV. 11-13 wird der Anfang des Psalms noch einmal aufgenommen. Der Psalmbeter bittet darum, dass sich die in 6-10 in wunderbaren Bildern beschriebene Nähe Gottes durchsetzen möge gegen die Frevler, die sie nur zerstören würden. Sie werden selber zerstört werden. Die Wirklichkeit Gottes ist unendlich reich: in unglaublich schönen Metaphern wird seine lebensfördernde Wirklichkeit beschrieben. Gott ist gütig und treu, er schenkt Licht und Leben. Gerade in unserer Zeit, wo der Glaube an Gott bei vielen zu verschwinden scheint, könnte dieser Psalm Mut machen: Es tut gut, es bereichert unser Leben, es gibt ihm eine unermessliche Tiefe, wenn wir an ihn glauben, uns auf ihn verlassen können.

Franz-Josef Ortkemper

 

Guter Gott, wir erfahren in unserer Welt auf erschreckende Weise das Böse. Lass uns dennoch vertrauen, dass du dem Bösen überlegen bist, dass du deine Welt mit lebensfördernden Gaben geradezu überschüttet hast. Lass uns auf dich setzen - gegen alle Angst.

(Aus: Mit der Bibel durch das Jahr 2010)

Delegiertenversammmlung des DKBW

Am 5.6. fand in Bonn die Delegiertenversammlung des DKBW statt. In seinem Bericht blickte Dr. Hubert Roos nicht nur zurück auf die vergangenen vier Jahre, sondern er schlug einen Bogen vom Beginn des DKBW vor 40 Jahren bis in die Gegenwart und schloss wichtige Perspektiven für die Zukunft ein.

Nach einem Blick auf die finanzielle Situation und den Berichten aus den Referaten wählten die Delegierten, die Repräsentanten der 27 Diözesen, die zuwählbaren Vorstandsmitglieder. Wiedergewählt wurden: Margrita Appelhans, Gerlinde Gregori, Eva-Maria Müller, Annette und Aleksander Pavkovic und Doris Schwaack. Neu hinzugewählt wurde Johannes Pickel aus dem KBW Ost.

Bestätigt in ihren Ämtern wurden die drei Kassenprüfer: Maria Wagner, Thomas Lammers und Eberhard Schmidt.

In seiner anschließenden Sitzung wählte der Vorstand die drei Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstands. Auch hier entschied man sich für Kontinuität mit Dr. Hubert Roos als dem Vorsitzenden und Michael Rembeck und Gerlinde Gregori als seinen Stellvertretern.

Den Abend gestalteten mit einem vielseitigen Programm die vier Sänger von Pro Punkto: Gabriele Firsching, Bernadette Schmidt, Matthias Gampe und Lothar Littmann.

Die Delegiertenversammlung endete am 6.6. mit einem Gottesdienst in der nahegelegenen Kirche St. Joseph, deren Gemeinde und ihr Pfarrer Raimund Blanke den Besuchern große Gastfreundschaft erwiesen.

Sehbehinderten-Sonntag

Berichte vom Nationalen Sehbehindertentag 2010

Mancherorts hatten die Gottesdienste am 6. Juni einen besonderen Schwerpunkt, oder Gemeinden luden zu eigenen Veranstaltungen ein, die sich dem Thema Sehbehinderung widmeten. So gab es z.B. in der Marktkirche Hannover einen Gottesdienst mit dem evangelischen Blindenseelsorger Pastor Bernd Schliephake. In der Gemeinde St. Antonius in Hannover-Kleefeld informierte der Gemeindereferent Thomas Wirth während der Familienmesse über diesen besonderen Tag; in der Katechese konnten die Kinder Simulationsbrillen aufsetzen. „Wir haben überlegt, wie man Sehbehinderten und Blinden helfen kann, da hier in Hannover und speziell auch in Kleefeld viele sehbehinderte und blinde Menschen leben.“ Nach dem Gottesdienst bestand die Möglichkeit, sich im Pfarrsaal beim Kirchencafé über Sehbehinderungen und Hilfsmittel zu informieren. „Ich hatte die Simulationsbrillen ausgelegt, Plakate aufgehängt (das Brandenburger Tor gesehen mit verschiedenen Sehbehinderungen), Gotteslob in Normal-, Groß- und Maxidruck konnten verglichen werden, und die Kinder konnten sich an ein Bildschirmlesegerät setzen und es ausprobieren.“

In Bonn, in St. Joseph feierten die Teilnehmer der Delegiertenversammlung des DKBW (s.o.) mit der Gemeinde und Pfr. Raimund Blanke die Sonntagsmesse, und P. Matthias Hierlinger hielt die Predigt:

Predigt von P. Matthias Hierlinger
am 6. Juni in St. Josef, Bonn

Lieber Pfarrer Blanke und liebe Gemeindemitglieder,

liebe Schwestern und Brüder im Deutschen Katholischen Blindenwerk,

Blindheit gilt gemeinhin als etwas vom Schlimmsten, was Menschen begegnen kann. Immer wieder werde ich gefragt: Wie können Sie damit leben; wenn mir das passieren würde, ich weiß nicht, ob ich damit überhaupt noch leben könnte.

Mir ging’s nicht anders vor ca. 35 Jahren, als mir ein Augenarzt zum ersten Mal gesagt hat: Diabetes bringt es mit sich, dass Du in absehbarer Zeit schlechter sehen wirst. Meine Erwartung war natürlich zunächst, es wird schon nicht so schlimm kommen, aber dann gab es auch die Befürchtung dessen, was im Evangelium dem Bartimäus begegnet ist.

Er sitzt am Straßenrand als blinder Bettler – materiell abhängig von anderen, angewiesen auf ihre Mildtätigkeit. Wir alle wissen, wie es oft darum bestellt ist. Als er hört, wie Jesus vorbeigeht, da ruft er nach ihm: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Was geschieht? Die Leute reagieren unwillig; sie verbieten es ihm, nach Jesus zu rufen. Er wird bevormundet, er soll das tun, was die anderen ihm sagen. Blindheit, Abhängigkeit, Einschränkung der Selbständigkeit. Bartimäus lässt sich nicht vorschreiben, was er zu tun hat. Er ruft weiter. Und dann kommt Jesus auf ihn zu. Er sagt zu den Leuten: Ruft ihn her. Und auf das Wort Jesu hin verändert sich vieles. Die Menschen, die vorher den Bartimäus zurückhalten wollten, sie sagen: Hab Mut, er ruft dich! Geh zu ihm hin.

Liebe Schwestern und Brüder, das ist etwas Wesentliches vom Inhalt des Sonntags der Sehbehinderten. Was die Menschen damals vom Wort Jesu begriffen haben, das ist: sie haben dem Menschen, der die Hilfe nötig hat, entgegenzukommen; sie sollen ihm Mut machen, und sie sollen ihn zu Jesus bringen. Ich denke, das ist nicht in unserem ganzen Leben nötig, aber doch in besonderer Weise bei Menschen, die durch Blindheit in ihren Möglichkeiten enger eingegrenzt sind als andere. Um Hilfe bitten zu müssen, auf die Wohltätigkeit anderer angewiesen zu sein, Abhängigkeit oft als Schwäche zu spüren - das ist nichts Schönes. Aber es gibt, Gott sei Dank, viele Menschen, die darum wissen und ihre Hilfe geben, sie gern geben. Sie hören auf den Ruf Jesu: Bringt ihn her zu mir. Sie sind für Menschen da, die Hilfe nötig haben.

Kommunikation ist etwas, was für blinde Menschen erschwert ist. Es ist für mich ungeheuer schwer, in den dunklen Raum hineinzusprechen, nicht zu wissen, wer jetzt gerade da ist, wen ich ansprechen kann, und die Folge ist bei mir – leider -, dass ich vieles unterlasse, was notwendig wäre.

Es kann jedoch sein wie vorgestern. Ich saß in der Straßenbahn – Linie 61 vom Hauptbahnhof hierher -, da kommt eine Dame und fragt, ob sie sich neben mich setzen kann. Ja natürlich, sage ich. Wir haben dann nicht miteinander gesprochen; es ging sehr laut zu in der Straßenbahn. Aber dann sagt sie: Ich steige jetzt aus. Ich wusste, da muss etwas Besonderes sein, das ist nicht das Gewöhnliche. Ich habe sie gefragt: Haben Sie viel mit Blinden zu tun? Nein, sagt sie, aber ich habe selber einige Probleme damit; noch wenig im Moment, aber ich weiß um das Ganze.

Der blinde Mensch ist darauf angewiesen, dass ihm Hilfen gegeben werden in der Kommunikation. Das zu wissen, ist wichtig. Hier Grenzen zu überschreiten, die schon unter Sehenden oft gegeben sind, und neue Wege zu gehen, ist notwendig und für blinde Menschen im Grunde unverzichtbar. Der Sehbehinderten-Sonntag soll auf die Bedürfnisse der blinden und sehbehinderten Menschen aufmerksam machen, auf die Notwendigkeit von Barrierefreiheit im Äußerlichen, Materiellen und vor allem in der Kommunikation, bei der es um das Miteinander der Menschen geht.

Bartimäus wird geheilt - „Dein Glaube hat dir geholfen“. Und wir würden es doch jetzt eigentlich erwarten, dass dieser Bettler jetzt seine materiellen Verhältnisse in die Hand nimmt, dass er die neu gewonnene Freiheit nützt und eigene Wege geht. Und dann heißt es da – ganz unauffällig: Und er ging mit Jesus auf seinem Weg. Bartimäus hat vieles begriffen. Auch wenn seine leibliche Blindheit jetzt überwunden ist, weiß er um die Begrenzungen des Lebens, weiß er, dass er mehr nötig hat, dass er auf diesen Jesus angewiesen ist, der ihm Wege des Lebens zeigt.

Und er geht mit Jesus. Er gibt sich hinein in das, was wir aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom gehört haben: Wenn ihr euch vom Geist erfüllen lasst, seid ihr Kinder Gottes, zur Freiheit gerufen, zur Freiheit innerhalb der Grenzen des Irdischen, und dann über die Grenzen hinaus zum ganzen Sein und des Lebens. Ihr seid Kinder Gottes im Geist Gottes, und ihr seid Miterben Jesu Christi, wenn ihr mit ihm leidet, um mit ihm auch verherrlicht zu werden.

Liebe Schwestern und Brüder, damit wird uns aufgezeigt, dass Leiden angesichts Jesu Christi, angesichts dessen, was er für uns getan hat, nicht die pure Sinnlosigkeit ist, sondern Weg zum Leben. Mit ihm leiden, um mit ihm verherrlicht zu werden. Mitleid ist ein Stück Leiden, bedeutet, selber die Erfahrung zu machen, einen Weg zu gehen mit Jesus Christus. Es gibt mir Lebensdeutung, gibt mir Sinn des Lebens, gibt mir Hoffnung für dieses Leben, gibt mir den Willen, manches in dieser Welt zum Besseren zu wenden, soweit es mit meinen Kräften möglich ist. Das ist auch das, was wir als Blinde geben können. Etwas Schlimmes wie die Blindheit ist nicht die Absage an das Leben, das ist nicht das Urteil zur Sinnlosigkeit, sondern das ist, berufen sein, auch auf dem Weg des Leidens. Das gilt für alle Menschen ohne Ausnahme, aber für uns blinde Menschen in dieser Weise: berufen zu sein, auf diesem Weg zu Christus, um in seine Herrlichkeit zu gelangen.

Liebe Schwestern und Brüder, das kann unser Lebensgefühl bestimmen, das kann uns mit Optimismus und Perspektiven versehen, die uns den Wert des Lebens jetzt und in seinem ganzen Umfang erkennen lassen. Im Deutschen Katholischen Blindenwerk geht es darum, dass wir selber auf unserem Weg etwas begreifen von diesem Herrn; Jesus Christus, dessen Miterben wir sind. Wir sollen es uns gegenseitig verdeutlichen; wir sollen einander und über die Grenzen hinaus Hilfen gewähren, die möglich sind. Dafür brauchen wir die Hilfe Sehender, das Materielle ist nun einmal eine unabdingbare Voraussetzung. Deshalb, Herr Dr. Roos, wir haben es nötig zu sammeln, um unsere Aufgaben erfüllen zu können. Und da darf ich auch Sie alle, die hier sind, bitten, dass Sie das in den Blick nehmen. Aufgabe des Deutschen Katholischen Blindenwerks ist: Menschen innerhalb dieser Organisation und darüber hinaus im Glauben zu stärken, sie zu öffnen für das Leben im Ganzen.

Liebe Schwestern und Brüder, natürlich möchte ich wieder sehen können. Wie schön wäre es, wieder ein Auto steuern zu dürfen, wie ich das 16 Jahre lang konnte. Und was für ein Gewinn wäre es, weniger in Abhängigkeit zu stehen. Aber, ich denke, noch mehr kommt es darauf an: Ich kann dankbar sein für die vielen Menschen, deren Zuwendung, Freundschaft, Hilfsbereitschaft ich erfahren darf; und ich kann dankbar sein für die vielen Welten, die mir dadurch erschlossen werden. Und wenn ich zu wählen hätte zwischen neuem leiblichen Sehen und Stärke des Glaubens und Hoffnung, die trägt, Hoffnung auf Jesus Christus, dann bräuchte ich nicht lange zu überlegen - dann wäre es mir weiterhin wichtig, Perspektive und Lebensprogramm zu haben in Jesus Christus. Amen.

Ungewöhnliche Aktion
zum Sehbehinderten-Sonntag

Am 6. Juni war der Tag der Sehbehinderten. Weil dieses Datum in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, hatte der Deutsche Blinden- und Sehbehinderten-Verband (DBSV) den Tag unter das Motto „Sehbehinderten-Sonntag“ gestellt und die Kooperation mit der katholischen und der evangelischen Kirche gesucht, um am 6. Juni auf die Teilhabe sehbehinderter Menschen in den beiden großen Kirchen hinzuweisen. Eine solche Idee entspricht ja genau dem Anliegen religiöser Blindenorganisationen und wurde auch vom DKBW begrüßt und im Rahmen seiner Möglichkeiten aufgegriffen. Die an diesem Sonntag stattfindende Delegierten-Versammlung in Bonn schränkte freilich die Aktivitäten etwas ein, und wir können dankbar für die Aktion der zivilen Blindenorganisation sein.

Mittlerweile kommt es in Pfarrgemeinden und zu besonderen Anlässen häufiger vor, dass Blinde in Gottesdiensten als Lektor die Lesung aus der Heiligen Schrift oder die Fürbitten vortragen. Weniger Beachtung findet, dass blinde Kirchenmusiker als Organisten oder Leiter eines Chores oder einer Schola regelmäßig eine zentrale Aufgabe im Gottesdienst übernehmen, weil sie nicht vorne vor den Augen der Sehenden stehen. Noch weniger auffällig ist, wenn Sehbehinderte oder Blinde einfach im Chor mitsingen. Ich möchte Ihnen heute über meinen persönlichen Beitrag zum Sehbehinderten-Sonntag berichten.

Bei uns wird Fronleichnam immer am Sonntag nach dem eigentlichen Fest begangen. Bei uns geht es noch ganz traditionell zu. Nach dem Gottesdienst findet eine Prozession durch den Ort mit vier Altären statt. Dabei wird die Monstranz durch die Straßen getragen. Der Priester geht mit der Monstranz unter einem Baldachin, dem so genannten „Himmel“, den vier Personen tragen. Die Prozession wird angeführt von der Musik, dahinter kommen die Messdiener und dann der Himmel, der von Kerzenträgern begleitet wird, also Personen, die mit Kerzen in den Händen zu beiden Seiten des Himmels gehen. Ich bin vollblind und schon seit Jahren einer der Himmelträger.

Als Himmelträger brauche ich keine spezielle Begleitung, wenn auch ein sehender Kerzenträger neben mir geht und im Notfall eingreifen könnte. Ich bekomme an der Stange, die ich halte, ja jede, auch nur die kleinste Bewegung des Himmels mit. Und so führen mich die anderen drei Himmelträger automatisch. Somit gehe ich als Blinder sichtbar durch das Dorf, und das bekommen nicht nur die Kirchgänger mit, sondern auch die, welche aus den Fenstern zuschauen oder in den Autos sitzen und warten müssen, bis die Prozession vorbeigezogen ist. Ich finde das einen gelungenen Beitrag, mich ins Gemeindeleben einzubinden.

Als ich in diesem Jahr angefragt wurde, ob ich am Sehbehindertentag an einer Aktion in Frankfurt teilnehmen würde, habe ich mit der Begründung abgelehnt, dass ich es merkwürdig fände, gerade an diesem Fronleichnamsfest nicht den Himmel durch die Straßen meines Ortes mitzutragen. Denn hier bin ich als Blinder in besonderer Weise präsent und voll integriert! Events können auf Fähigkeiten blinder Menschen und Defizite bei ihrer Integration hinweisen, Teilhabe bewährt sich aber im Alltag.

Christof Müller

Die „Welt im Dunkeln“
muss nicht dunkel sein

Beinahe hätte es gar nicht geklappt mit dem Dunkelraum. Die Pfadfinder hatten zugesagt, ihre Aktion „Dunkelraum“ vom letzten Jahr zu wiederholen, aber wegen Personalmangels kurz vorher abgesagt. So fanden sich am Samstag, 5. Juni, ein paar beherzte Frauen im Pfarrzentrum St. Nikolaus in Ingelheim-Nord ein, um mit Alufolie alle Fenster im Jugendraum zu bekleben und so ein „Provisorium“ zu schaffen. Es war nicht ganz dunkel, ein paar kleine Lichtflecke waren zu sehen, aber für Menschen, die es nicht gewohnt sind im Dunkeln etwas zu tun, hat es vollkommen ausgereicht. Vor der Tür wurde noch eine Schleuse aus schwarzem Tuch angebracht, was den Eindruck noch verstärkte. Im Raum selbst standen mehrere Tische etwas versetzt, auf denen es allerhand zum Tasten, zum Riechen, zum Hören und zum Schmecken gab.

Daneben gab es einen Informationsraum, in dem man „Blindenschrift erleben“, mit adaptierten Spielen umgehen, Tastbilderbücher „anschauen“ und sich durch Plakate und Prospekte informieren konnte. In der Küche des Gemeindezentrums standen eine sprechende Waage und ein „akustisches Waffeleisen“ bereit.

So konnte der Nachmittag des 6. Juni - des Sehbehinderten-Sonntags - kommen. Ursula Gremminger, Gemeindereferentin, die selbst mit 2 % Sehkraft zu den „Blinden“ gehört, hatte diese Initiative in ihrer Pfarrgemeinde gestartet und sowohl ihren Frauenchor als auch ein blindes Ehepaar aus der Stadt ins Boot geholt.

Der 6. Juni war ein recht heißer Tag. Pünktlich zu Beginn um 15 Uhr erschien gleich eine ganze Gruppe von Menschen, darunter eine von Blindheit bedrohte Frau, die eigens gekommen war, um mit Betroffenen in Kontakt zu treten und sich beraten zu lassen. Nachdem der erste Ansturm begrüßt und auf Inforaum und Kaffeebar verteilt war, begann die erste Führung im Dunkelraum. Es kamen immer kleine Gruppen in den Raum, die sich durch die „Welt im Dunkeln“ buchstäblich anrühren ließen. Interessiertes Stöbern, unsicheres Rufen, manchmal ein „huch!“ oder „III!“ beim Ertasten der kleinen Steiff-Maus, Lachen und manchmal Hilflosigkeit beim Versuch, Obst- und Wurststücke mit der Gabel von einem Pappteller zu angeln. Bei der kurzen Reflexion am Ende waren viele erstaunt, wie vielfältig doch eine Welt sein kann, in der das Auge kaum oder gar keine Rolle spielt.

Derweilen ging es im Inforaum lebhaft zu. Inzwischen war ein Vertreter der Initiative „Lebenswertes Ingelheim“ aufgetaucht, um ein Tastmodell vorzustellen, das in Ingelheim aufgestellt werden soll. Blindenschrift wurde geschrieben, ganz Mutige stellten sich auf die sprechende Personenwaage, und die Spiele „Uno“ und „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“ wurden eifrig genutzt. Eine Gruppe interessierte sich stark für den Computerarbeitsplatz, den die Gemeindereferentin in ihrem Büro vorführen konnte. In der Küche düdelte das Waffeleisen, und Kaffee und selbst gebackener Kuchen fanden reißenden Absatz.

Gegen 17 Uhr war es auch draußen dunkel geworden, ein Gewitter zog auf, und viele - meist mit Rädern unterwegs - machten sich auf den Heimweg. Schade, denn ab 17 Uhr gab es ein kleines „Literatur-Event im Dunkeln“: Lieder und Kanons wurden gesungen - ohne Noten, was für einige eine Herausforderung war, dazwischen las Ursula Gremminger kleine Gedichte und Geschichten von der Sonne und vom Sommer, und alle hatten die Möglichkeit, mit einer Fantasiereise sich ihre Lieblingsfarben und damit verbundene Assoziationen vorzustellen.

Es war insgesamt ein gelungener Nachmittag, von dem viele mit neuen „Gesichtspunkten“ und Erfahrungen in ihren „Alltag im Hellen“ zurückkehrten.

Ursula Gremminger

Eine Woche im Ostseebad Boltenhagen

Jahresfahrt des KBSW Norddeutschland e.V.
vom 08. bis 15. Mai 2010

Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt der größere Landesteil Mecklenburg, und hier das im Nordwesten gelegene Seeheilbad Boltenhagen, ist das Ziel unserer diesjährigen Reise. Mit seinen ca. 2500 Einwohnern und ungefähr 10.000 Gästebetten liegt das Ostseebad in der Lübecker Bucht am westlichen Rand der 1700 km langen Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns.

Das Land der Seen, Wälder, Herrenhäuser und Hansestädte, von dem Otto von Bismarck sagte: „Sollte einmal die Welt untergehen, dann fliehe ich nach Mecklenburg, denn dort geht sie fünfzig Jahre später unter“, erfuhr eine erste Besiedlung nach dem Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 bis 8000 Jahren. Bis zum Beginn unserer Zeitrechnung formierten sich aus diesen losen Gruppen germanische Stämme. Ab dem 4. Jahrhundert beteiligten sich diese Stammesverbände wahrscheinlich aufgrund der Klima-verschlechterung an der Völkerwanderung und verließen die Ostseeküste in Richtung Süden. In diesen kaum noch bevölkerten Raum drangen im 6. und 7. Jahrhundert von Osten her kommend die Slawen vor. In dieser Zeit taucht der Name Mecklenburg (Mickelenburg) erstmals in einer Urkunde Otto III. während eines Kriegszuges im Jahr 995 auf. Sie erwähnt die gleichnamige Hauptburg der Obodriten im heutigen Dorf Mecklenburg bei Wismar, die um 600 angelegt wurde und von der noch heute ein beeindruckender Erdwall zeugt.

Es folgen im 12. Jahrhundert die Sachsen mit Heinrich dem Löwen. Er unterwirft die Slawen, gründet 1160 die Stadt Schwerin und gliedert Mecklenburg in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ein. Die sogenannte deutsche Ostsiedlung beginnt. Durch Waldrodungen entstehen kleine Siedlungen. Ortsnamen mit der Endung „Hagen“ weisen noch heute darauf hin, da die Rodungen Hagen genannt wurden. So dürfte auch Boltenhagen zu seinem Namen gekommen sein. Im 14. Jahrhundert schließen sich einige Städte Mecklenburgs, u.a. auch Wismar der mächtigen Hanse an, einem Verbund von Städten, die den Handel fördern und gleichzeitig sicherer machen.

In der Zeit der Reformation und Gegenreformation entscheiden sich die Mecklenburger Herzöge für die protestantische Religion, so wurde Mecklenburg protestantisch. Im 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) kamen die Soldaten Wallensteins und Gustav Adolfs von Schweden und verwüsteten das Land. 1654 wurde für große Teile der Bevölkerung ein schwerwiegendes Gesetz verabschiedet, die Gesindeordnung. Mägde und Knechte durften sich ohne Einwilligung des Gutsherrn nicht verloben oder heiraten. Auch der Wohnort durfte nicht verlassen werden. Diese Zeit der Leibeigenschaft dauerte bis 1820.

In der napoleonischen Zeit lieferten sich deutsche und französische Truppen immer wieder Kämpfe und Scharmützel auf mecklenburgischem Boden. Nach dem Ende der napoleonischen Ära wurden 1815 auf dem Wiener Kongress beide Landesteile, Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, zu Großherzogtümern erhoben. Trotz aller Erbstreitigkeiten und Kriege, die in und um Mecklenburg geführt wurden, war Mecklenburg seit seiner Eingliederung in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bis 1918 immer von dem selben Herrschergeschlecht regiert worden.

In der DDR wurde Mecklenburg 1952 in drei Bezirke aufgeteilt, Rostock, Schwerin und Neubrandenburg. Seit dem 3. Oktober 1990 ist Mecklenburg-Vorpommern ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Den Westteil dieses flächenmäßig sechstgrößten Bundeslandes wollen wir nun auf unseren Tagesfahrten erkunden.

 

08. Mai, Samstag

Es ist 16.30 Uhr. Der Reisebus hält vor dem Aurahotel „Seeschlösschen“, das für die nächsten Tage unser Zuhause sein wird. Nach kurzer Begrüßung durch die Leitung des Hotels wird uns bei einem Glas Sekt das Haus vorgestellt. Das Haus gefällt, der Eindruck, was Service, Personal und Sauberkeit angeht, ist sehr gut, und ein erster i-Punkt wird mit dem Fischbuffet gesetzt. Fisch in allen Variationen, als Suppe, gebraten, geräuchert, eingelegt und dazu dem Ort angemessen eine herrliche Dekoration. Leuchttürme, Schiffe, Muscheln und Steine zieren den Büffettisch – eine Augenweide.

 

09. Mai, Sonntag und Muttertag

Wir starten um 8.30 Uhr und fahren in das ca. 40 km entfernt gelegene Rehna, um die Sonntagsmesse in der Kirche „St. Marien“ zu feiern. Der uns begleitende Blindenseelsorger Diakon Norbert Koch wird die Hl. Messe mitfeiern. Die Kirche ist ein schlichter Bau, architektonisch und von der Ausschmückung nichts besonderes. Aber zu unserer großen Freude wird heute von der Gemeinde der Familiensonntag gefeiert, vielleicht auch, oder gerade, den Müttern zu Ehren, denn heute ist Muttertag. Eine Instrumentalgruppe, der Chor und das Orgelspiel bereichern den Gottesdienst ungemein. Man staunt, wie engagiert diese kleine Diasporagemeinde arbeitet.

Am Nachmittag treffen wir uns im „Seeschlösschen“ bei Kaffee und Kuchen, um gemeinsam den Muttertag zu feiern.

 

10. Mai, Montag

Unser Reisebus fährt in Richtung Schwerin, dem Ziel unseres heutigen Tagesausfluges. Nach wenigen Kilometern richtet Diakon Koch das Wort an uns. Das Thema seiner religiösen Betrachtung lautet: „Ave maris stella - Ora pro nobis“ - „Meerstern, sei gegrüßet - bitte für uns“. Der von ihm zu diesem Thema erstellte Flyer zeigt auf der Bildseite eine Abbildung der Bronzeplakette, die auf einem Stein vor der Villa „Stella Maris“ des Deutschen Katholischen Blindenwerkes in Heringsdorf auf Usedom zu finden ist. Der auf der Innenseite abgedruckte Hymnus „Ave stella Maris“ ist ein Text aus dem 9. Jahrhundert. In der Bronzeplakette befinden sich vier Bildelemente, Maria, Jesus in ihrem Arm, eine Kogge und darüber die Sonne. Im Zentrum der Ausführungen steht Maria als Beschützerin der Seefahrt, der Küstenstädte und –bewohner, deren Verehrung sich in der Namensgebung vieler Kirchen widerspiegelt, die wir auf unserer Reise besuchen werden. „St. Marien“ in Rehna, den Mariendom in Schwerin und „St. Marien“ in Lübeck. Mit einem Marienlied endet die kurze morgendliche Andacht im Bus und so wird es auch an den kommenden Tagen sein.

Schwerin feiert in diesem Jahr sein 850-jähriges Bestehen. Mit weniger als 100.000 Einwohnern ist die 1160 von Heinrich dem Löwen gegründete Stadt die kleinste Hauptstadt eines deutschen Bundeslandes. Innerhalb des Stadtgebietes finden sich zwölf Seen. Die Einwohner bezeichnen ihre Stadt gern als die Stadt der sieben Seen und Wälder. Diese Bezeichnung geht auf eine Zeit zurück, als Schwerin noch nicht seine heutige geografische Ausdehnung hatte und tatsächlich nur von sieben Seen umgeben war. Von den ca. 130 km² Stadtfläche sind 28,9 Prozent mit Wasser und 18,5 Prozent mit Wald bedeckt - Natur pur. In der Nähe des Schlosses treffen wir unsere Stadtführerin.

Seit dem Jahr 1990 hat sich in Schwerin viel getan, erneuerte Infrastruktur, Verbesserung der Bausubstanz durch Sanierung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes sowie Neubauten prägen das heutige Stadtbild. Die Ausrichtung der Bundesgartenschau 2009 machte Schwerin in ganz Deutschland bekannt. Wir beginnen die zweistündige Führung auf dem Großen Moor. Seit 1968 entstanden hier neue Wohngebäude, nachdem alte vernachlässigte Bausubstanz dort abgerissen und am Burgsee aufgeschüttet worden war. Die Gestaltung der innerstädtischen Plattenbauten wurde durch die Beibehaltung historischer Straßenführungen, teilweise Klinkerverblendung der Fassaden sowie die Anschrägung der Dächer geprägt. Ende der 1960er Jahre war geplant, die gesamte Innenstadt bis auf wenige besonders historisch bedeutsame Bauten abzureißen und durch Plattenbauten zu ersetzen. Man ist heute sehr froh darüber, dass es seinerzeit an finanziellen Mitteln fehlte. In den 1980er Jahren war wiederum ähnliches geplant. Eine Bürgerinitiative und fehlendes Geld retteten die architektonisch wertvolle Altstadt.

Wir gehen weiter zum Schlachtermarkt, in dessen Mitte sich ein Brunnen befindet, über dem sich die Skulptur eines mächtigen Stieres erhebt. Der Stierkopf findet sich im Wappen des Landes wieder. Das Altstädtische Rathaus auf dem Markt wurde 1338 erstmals erwähnt und brannte in seiner Geschichte dreimal ab. Vor das ursprüngliche Gebäude setzte Georg Adolf Demmler 1835 eine neue Fassade im Tudorstil. Vorbei an einem Denkmal, das an den Stadtgründer Heinrich den Löwen erinnert, gelangen wir über den Domhof zum Schweriner Dom.

Der Schweriner Dom St. Maria und St. Johannes ist die Bischofskirche der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburg. Die Grundsteinlegung für den Bau erfolgte 1172 und nach 76 Jahren Bauzeit wurde die neue Kathedrale 1248 geweiht. Im 14. Jahrhundert wurden Lang- und Querhaus errichtet und im 15. Jahrhundert wurde der Kreuzgang auf der Nordseite fertig. Erst in den Jahren 1889 bis 1893 entstand der Turm. Mit einer Länge von 105 m und einer Gewölbehöhe von 29 m gehört der Dom zu den größten Kirchengebäuden der Backsteingotik in Norddeutschland. Der neugotische Westturm ist mit 117,5 m der höchste Kirchturm Ostdeutschlands. Beeindruckend ist die Orgel mit ihren 5200 Pfeifen. Sie ist die größte original erhaltene Orgel von Friedrich Ladegast. Der gotische Flügelaltar in der Vierung wurde im 15. Jahrhundert aus Sandstein gearbeitet und zeigt im Mittelbild die Kreuztragung, Kreuzigung und Höllenfahrt Christi. Links und rechts neben den Sandsteinreliefs stehen die Kirchenpatrone Maria und Johannes. Das Triumphkreuz ist von 1420 und stammt aus der Wismarer Marienkirche. Nach seiner Restaurierung 1990 wurde es in den Schweriner Dom gebracht.

Wir verlassen den Dom und gehen zum Pfaffenteich, an dessen gegenüberliegendem Ufer das Arsenal zu sehen ist. Durch die Mecklenburgstraße, vorbei am denkmalgeschützten Postgebäude nähern wir uns dem Ausgangspunkt der Führung durch die Schweriner Altstadt. Nach dem Mittagessen im Restaurant „Wallenstein“, direkt an der Seepromenade gegenüber dem Schloss, beenden wir diesen Tagesausflug mit einer Dampferfahrt auf dem Schweriner See.

 

 

 

11. Mai, Dienstag

Das Ziel ist heute die Hansestadt Lübeck. Die zweitgrößte Stadt im benachbarten Bundesland Schleswig-Holstein liegt am unteren Ende der Trave. Der Fluss mündet ungefähr 17 Kilometer entfernt, im Stadtteil Travemünde, in die Ostsee.

Gegründet zur Zeit Karls des Großen, etwa um 800, von den Slawen, erhielt Lübeck 1160 das Stadtrecht durch Heinrich den Löwen. 1356 fand hier der erste allgemeine Hansetag statt und nachdem Lübeck einige Jahre später zum neuen Hauptort der Hanse, mit dem Beinamen „Königin der Hanse“ wurde, begann der rasante Aufstieg zur führenden Handelsmacht im Ostseeraum. Diese Machtposition konnte Lübeck bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts behaupten, dann war die Zeit als „Königin der Hanse“ vorbei.

Im zweiten Weltkrieg war Lübeck die erste deutsche Großstadt, die bombardiert wurde. Ziel war die mittelalterliche Altstadt. 1987 wurden die erhaltenen Teile des mittelalterlichen Stadtkerns von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Am Holstentor, bei den Löwen, eine Erinnerung an Heinrich den Löwen, treffen wir unsere Stadtführerin. Das Stadttor gilt heute wegen seines hohen Bekanntheitsgrades als Wahrzeichen der Stadt. Der spätgotische Bau, einst Bestandteil der Stadtbefestigung, besteht aus einem Süd- und einem Nordturm. Der Mittelbau mit dem Tor verbindet Beide. Über dem Durchgang ist auf jeder Seite eine Inschrift angebracht. Auf der Stadtseite lautet diese: S.P.Q.L. und ist von den Jahreszahlen 1477 und 1871 eingerahmt. Das römische Original lautet „Senatus popolusque Romanus“ - „der Senat und das römische Volk“. Hier steht das „L“ für Lubecensis = Lübeck. 1477 steht für das Erbauungsjahr (korrekt muss es heißen 1478). 1871 steht für die Restaurierung des Tors und die Gründung des Deutschen Reiches. Die Inschrift auf der der Altstadt abgewandten Seite lautet: „Concordia domi foris pax“ - „Eintracht innen, draußen Friede“.

Vorbei an alten, liebevoll sanierten Lager- und Fachwerkhäusern, der Lübecker Musikhochschule und dem Rathaus gehen wir zur Marienkirche. Erbaut von 1250 bis 1350, ist sie mit der Altstadt Teil des UNESCO-Welterbes. Die Kirche gilt als Mutterkirche der norddeutschen Backsteingotik und war Vorbild für rund 70 Kirchen dieses Stils im Ostseeraum. Der Gotikstil mit seinen hoch aufstrebenden Pfeilern und hohen Spitzbogen-Fenstern wurde aus Frankreich kommend in Lübeck mit norddeutschem Backstein umgesetzt. Das Gewölbe ist mit 38,5 m Höhe das höchste Backsteingewölbe der Welt. Die Türme der monumentalen Doppelturmfassade sind 124,95 und 124,75 m hoch. Beeindruckend auch das Innere dieses Gotteshauses, mit seinen neun größeren und zehn kleineren Seiten- und Grabkapellen.

In der Nacht zum Palmsonntag vom 28. zum 29. März 1942 brannte die Marienkirche bei einem Luftangriff auf Lübeck, bei dem ein Fünftel der Lübecker Innenstadt zerstört wurde, fast vollständig aus. Ein Opfer dieses Angriffs war auch die berühmte, 1472 errichtete Totentanzorgel, auf der mit großer Wahrscheinlichkeit auch Johann Sebastian Bach gespielt hat. Noch während des Krieges wurde die Kirche mit einem Notdach geschützt. 1947 begann der zwölf Jahre dauernde Wiederaufbau. 1986 wurde dann die neue Totentanzorgel errichtet. Ebenfalls durch einen Neubau im Jahre 1968 wurde die Große Orgel neu geschaffen. Mit ihren 8512 Pfeifen war sie seinerzeit die größte mechanische Orgel der Welt. Der Rundgang durch die Marienkirche endet an der Astronomischen Uhr. Auch sie wurde 1942 vollständig zerstört und 1960 bis 1967 wieder aufgebaut. Es ist zwölf Uhr und das Glockenspiel erklingt. Wir hören zu und sehen, wie sich der Lauf der Figuren vor dem segnenden Christus in Gang setzt.

Nach so viel Kultur für Geist und Seele verlangt nun das leibliche Wohl sein Recht und wir speisen im Restaurant der Firma Niederegger. Dann erleben wir im Schauraum eine Modelliervorführung und erfahren einiges über die Geschichte des Hauses und des Marzipans. Aus Persien kommend gelangte das Rezept, wahrscheinlich über Venedig, bis in die Handelsstadt an der Ostsee. Diese Leckerei aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser war im Mittelalter eine hochgeschätzte Kostbarkeit, die nur in Adelshäusern zu bekommen war. Im Kloster galt sie als anerkannte Fastenspeise. Solche verzuckerten Gewürze brechen die Fasten nicht, meinte Thomas von Aquin.

Johann Georg Niederegger, ein Ulmer Konditorgeselle, kam im Jahr 1800 nach Lübeck. Heute zählt das Haus Niederegger über 500 Mitarbeiter. In der Saison werden täglich 30 Tonnen Marzipan hergestellt. Nur drei Personen kennen die genaue Rezeptur des Niedereggerschen Marzipans.

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung, und wir nutzen ihn um uns Lübeck anzuschauen.

 

 

12. Mai, Mittwoch

Der Vormittag gehört Boltenhagen mit Strand, Promenade, Geschäftsstraße oder Ostseetherme. Leider ist es kalt und leichter Nieselregen fällt.

Nach dem Mittagstisch fahren wir in die Hansestadt Wismar. Die historische Altstadt wurde im Juni 2002 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Stadt mit ihrer Backsteinarchitektur hat ihren mittelalterlichen Grundriss mit Straßennetz-, Quartier- und Parzellenstruktur bis heute bewahrt. Die zum Hafen fließende „Grube“ ist der letzte erhaltene künstlich angelegte mittelalterliche Wasserlauf in einer norddeutschen Altstadt. Wismar wurde nach dem 30-jährigen Krieg schwedisch und blieb es bis 1903.

Die Führung beginnt auf dem mit einem Hektar größten Marktplatz an der Ostsee. Er ist mit Kopfsteinen gepflastert. Die Stadtführerin berichtet, dass in den 1970er und 80er Jahren solche Steine in die Bundesrepublik, u.a. auch nach Lübeck exportiert wurden. Der Volksmund hatte schnell ein Bonmot bereit und sprach: „Ach wär’ ich doch ein Pflasterstein, dann würd’ ich schon im Westen sein.“

1990 war es dann so weit, da wurde auch Wismar „Westen“. Viel hat sich seither in der Stadt getan. Häuser wurden saniert, Fassaden restauriert, Wege und Straßen erneuert. Die im Krieg zerstörte und in den letzten Jahren wieder aufgebaute Kirche St. Georg wurde vor wenigen Wochen wieder geweiht. Der Innenraum ist jedoch nicht als sakraler Raum hergerichtet, sondern dient vor allem kulturellen Veranstaltungen.

Im historischen Stadtkern zeugt der mächtige Turm von St. Marien von der berühmten Sakralarchitektur im südlichen Ostseeraum. Das im zweiten Weltkrieg stark beschädigte Kirchenschiff wurde zu DDR-Zeiten, 1960, gesprengt. Der Turm aber musste als eingetragenes Seezeichen für die Schifffahrt stehen bleiben.

Vieles erinnert heute noch an die Schwedenzeit. Das Zeughaus, das schwedische Kommandantenhaus sowie die Schwedenköpfe vor dem Baumhaus zeugen von der schwedischen Zugehörigkeit, die 1903 endgültig beendet wurde. Die Wasserkunst, 1580 bis 1602 erbaut, sorgte für die Trinkwasserversorgung, der Fürstenhof aus dem 16. Jahrhundert war Sitz der mecklenburgischen Herzöge. Die Führung endet an der nördlichsten Sektkellerei Norddeutschlands. Im Kellergewölbe erfahren wir alles über die Sektherstellung und dürfen uns bei der Verkostung verschiedener Sekte unser Urteil bilden. Anschließend genießen wir im Restaurant „Zum Weinberg“ ein ausgezeichnetes Fondue.

13. Mai, Donnerstag, Christi Himmelfahrt

Wir fahren nach Schwerin, um in der Propsteikirche die Hl. Messe zu feiern. Im Bus nehmen wir den kirchlichen Feiertag zum Anlass, um über die Kirche in Mecklenburg-Vorpommern zu berichten, für katholische Christen ein Diasporaland. Nach der Reformation entschied sich der damalige Herzog für den Protestantismus. Die Religion des Herrscherhauses war auch für die Untertanen verbindlich. Durch den Religionsfrieden von 1555 wurde dies endgültig besiegelt. Das änderte sich 1663. Um Herzog Christian Ludwig I., der aus politischen Erwägungen zum Katholizismus übertrat, scharten sich einige Anhänger. Von 1685 bis 1686 lebte, arbeitete und starb der uns norddeutschen Katholiken gut bekannte Bischof Niels Stensen in Schwerin. 1709 gründeten die Jesuiten in Schwerin eine Missionspfarrei. Die offizielle Anerkennung des katholischen Gottesdienstes erfolgte im Jahr 1732. Es dauerte noch bis 1795, bis die Gemeinde ihre eigene Kirche, die heutige Propsteikirche St. Anna erhielt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in ganz Mecklenburg knapp 500 Katholiken. Die Gleichstellung mit der protestantischen Kirche erfolgte 1903. Heute bekennen sich 18,4 Prozent der Bevölkerung zur evangelischen, 3,4 Prozent zur katholischen Kirche. Mecklenburgs 46.000 Katholiken gehören zum Erzbistum Hamburg; die 13.000 Katholiken in Vorpommern gehören zum Erzbistum Berlin.

Nach der feierlichen Messe und dem Mittagstisch im „Weinhaus Krömer“ freuen wir uns auf einen weiteren Höhepunkt - eine Führung durch das Schweriner Schloss. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde in der jetzigen Form von 1843 bis 1857 im Stil des Historismus unter Großherzog Friedrich Franz II. erbaut und befindet sich auf einer Insel zwischen dem Schweriner See und dem Burgsee, die durch die Schlossbrücke mit der Stadt verbunden ist. Heute ist das Schloss Sitz des Mecklenburg-Vorpommerschen Landtages. In der Umgebung des Schlosses findet man sehenswerte Bauwerke im Stil des Klassizismus, das Staatliche Museum, das Mecklenburgische Staatstheater, das Alte Palais und den Marstall. Im Schloss bewundern wir den verschwenderisch ausgestatteten Thronsaal, Speise-, Tee- und Blumenzimmer, in denen kostbare Möbel, Porzellan aus Meißen und Berlin, Gemälde und Bildhauerarbeiten ausgestellt sind. Man kommt unserer Gruppe großzügig entgegen und lässt uns mit den Händen sehen. Wir ertasten die Reliefs der Holzschnitzereien und Formen der Skulpturen. Durch die Fenster schweift der Blick über den See und die herrlichen Parkanlagen und Gärten.

Zurück in Boltenhagen lassen wir diesen Feiertag mit einem zünftigen Grillabend ausklingen.

 

14. Mai, Freitag

Dieser Tag gehört Boltenhagen. An der Rezeption unseres Hotels treffen wir Dr. Maihöfer, einen Biologen im Ruhestand. Gemeinsam gehen wir den Strand entlang in Richtung Seebrücke und lauschen seinen Worten. Wir erfahren etwas über die Geschichte dieses Seebades, in dem man im Jahre 1803 begann, Badekarren in die Ostsee zu schieben, und das seit der Inbetriebnahme der Ostseetherme den Namen „Seeheilbad Boltenhagen“ führen darf. Kein Gebäude darf über die Baumwipfel ragen. Vegetation, Hochwasserschutz und die Tierwelt der Region sind weitere Themen. Den Weg zurück nehmen wir über die Strand- und Mittelpromenade.

 

15. Mai, Samstag

Es ist 9.00 Uhr. Die Gruppe sitzt reisefertig im Bus. Wir vier Mecklenburger haben uns herzlich verabschiedet. Viele gute Wünsche für die Heimreise begleiten die Niedersachsen. Wir Mecklenburger freuen uns, dass ihnen unser Land und das Haus „Seeschlösschen“, ja die ganze Woche so gut gefallen hat. Uns kommt das Thema dieser Woche in den Sinn: „Ave maris stella - Ora pro nobis“.

Zum Schluss und in Dankbarkeit der Hymnus:

 

Meerstern, sei gegrüßet, Gottes hohe Mutter,

allzeit reine Jungfrau, selig Tor zum Himmel!

Du nahmst an das AVE aus des Engels Munde,

Wend den Namen EVA, bring uns Gottes Frieden.

Zeige dich als Mutter, denn dich wird erhören,

der auf sich genommen, hier dein Sohn zu werden.

Jungfrau ohnegleichen, gütige vor allen,

uns, die wir erlöst sind, mach auch rein und gütig.

Lös der Schuldner Ketten, mach die Blinden sehend,

allem Übel wehre, jeglich Gut erwirke.

Gib ein lautres Leben, sicher uns geleite,

dass wir einst in Freuden Jesus mit dir schauen.

Lob sei Gott dem Vater, Christ, dem Höchsten, Ehre

und dem Heiligen Geiste: dreifach eine Preisung.

Amen

Herbert und Margarita Foit

Als Seelsorger „einfach da sein“!

Tagung der Behindertenpastoral Österreichs in Klagenfurt

Dem laufenden „Jahr der Priester“ entsprechend, stand die heurige Tagung der Verantwortlichen für die Behindertenpastoral in Klagenfurt unter dem Schwerpunktthema „Als Priester für die Menschen da sein“. Pfarrer Mag. Rupert Niedl aus Scharten (Oberösterreich), der seit Jahren auch die Behinderteneinrichtung Hartheim betreut, hielt ein sehr persönlich gehaltenes Statement als Eröffnung eines längeren Meinungsaustauschs der Teilnehmer aus verschiedenen Diözesen. Niedls persönlicher Zugang zu den Menschen mit größtenteils intellektueller Behinderung sei nach und nach gewachsen; heute erfahre er als Seelsorger diese Arbeit als sehr bereichernd. Grundlegend sei vor allem die persönliche Begegnung des Seelsorgers/der Seelsorgerin mit den Menschen, das Eingestehen der eigenen Verletzlichkeit und Bedürftigkeit sowie das Respektieren der Würde jedes Menschen. Oft geschehe das Wesentliche nicht mit Worten, sondern in Symbolen, konkreten Handlungen und im einfachen Da-Sein.

Bei der anschließenden regen Diskussion wurde u.a. auch sehr offen eingestanden, dass Seelsorger im Kontakt mit Behinderten oft unsicher oder gar überfordert seien, weil sie dazu nicht oder zu wenig ausgebildet seien oder das unkomplizierte Zugehen auf Menschen nicht ihrem persönlichen Stil entspricht. So komme es leicht zu Blockaden oder Enttäuschungen – auf beiden Seiten.

Das heurige Klagenfurter Treffen war das erste unter dem neuen Vorsitzenden Mag. Anton Rosenzopf-Jank, der im Kreis der österreichischen Pastoral- und Seelsorgeamtsleiter nun für die überdiözesane Behindertenpastoral verantwortlich ist. Ein Ziel seiner Arbeit sei die verstärkte Vernetzung und Kooperation zwischen den verschiedenen Bereichen der Behindertenpastoral und den einzelnen Diözesen. Stimmungsvoll eingeleitet mit Texten, Gitarrenbegleitung und Liedern wurde das Treffen von Ottilie Kramer und Maria Weber vom Kärntner Blindenapostolat.

Bei den Berichten aus den Diözesen wurden die neue Broschüre „Es ist normal, verschieden zu sein“ des Pastoralamts der Diözese Feldkirch als Handreichung für konkrete Behindertenpastoral in den Pfarrgemeinden und der zweite Ausbildungs-Lehrgang „Spirituelle Begleitung für Menschen mit Behinderung“ in der Diözese Innsbruck vorgestellt. Die Koordinatorin dieser Lehrgänge, Schwester Birgit Eckerstorfer, berichtete vom überaus positiven Echo des ersten Kurses.

Heinz Kellner

Auf den Spuren Jesu und der Bibel

mit dem Wiener Blindenapostolat im Heiligen Land

Ein lang ersehnter Wunsch des Wiener Blindenapostolats ging vom 10. bis 17. März 2010 in Erfüllung. 32 Teilnehmer – darunter auch vier Gäste aus Deutschland und zwei aus Südtirol – folgten der Einladung zur Pilgerfahrt ins Hl. Land. Nach einem 3 ½-Stunden Flug erwartete uns unsere Reiseleiterin Nuki mit unserem Busfahrer. Dass Nuki auch eine Ausbildung für Blinde hat, sollten wir im Laufe der folgenden Woche noch sehr zu schätzen wissen.

Den ersten Teil unserer Pilgerfahrt verbrachten wir im Norden des Landes, in Galiläa. Unsere Unterkunft, eine wunderschöne, weitläufige Hotelanlage, lag direkt am See Genezareth. Die Blumen, die blühenden herrlich duftenden Bäume, die vielen zwitschernden Schwalben und am Abend das vielstimmige Froschkonzert neben dem leicht plätschernden See beeindruckten uns sehr.

Am ersten Tag fuhren wir über Haifa, der drittgrößten Stadt Israels, zum Berg Karmel und besuchten das Karmelitenkloster Stella Maris: Dort soll der Prophet Elija gewohnt haben, die Kirche gilt als Marienheiligtum des Landes. Wir bewunderten die Bahai-Gärten und machten uns dann auf nach Nazareth, der Heimatstadt Jesu. Der Besuch der riesigen Verkündigungskirche war für uns ein großes Erlebnis. Den Abschluss dieses Tages machte die Hl. Messe im Hospiz der Barmherzigen Brüder, wo uns ein herzlicher Empfang bereitet wurde.

Der nächste Tag war den Orten Jesu in Galiläa gewidmet. Zunächst der Berg der Seligpreisungen, im Naturschutzgebiet Dan machten wir einen Spaziergang zu den Jordanquellen, bevor wir am See Genezareth einen köstlichen Petersfisch verspeisten. Wir besichtigten Kapernaum, wo sich eine große Synagogen-Ruine befindet, und das Haus des Petrus, über dem eine fast schwebend wirkende, moderne Kirche gebaut wurde. Wir besuchten auch die Brotvermehrungs-Kirche in Tabgha. Eine sehr beeindruckende Hl. Messe feierten wir in Dalmanutha, das ist ein sehr stiller, franziskanischer Platz, direkt am See gelegen – so naturverbunden, dass sogar ein Klippschliefer (eine Murmeltier-Art) beim Gottesdienst mitten unter uns auftauchte.

Bevor wir von Galiläa Abschied nahmen, machten wir eine Bootsfahrt auf dem See Genezareth; einer der Höhepunkte dieser Reise war sicherlich für alle die Hl. Messe, die wir auf diesem Boot feierten. Am ersten Tag in Jerusalem besuchten wir die wichtigsten heiligen Orte. Vom Ölberg aus genossen wir den wunderbaren Blick über die Stadt. An dieser Stelle war es besonders interessant, unserer Reiseleiterin zuzuhören, die uns viel aus dem Leben des jüdischen Volkes aus den vorchristlichen Zeiten erzählte. Dann ging es weiter zum Garten Gethsemani mit der wunderbaren „Kirche der Nationen“, wo sich der Felsen der Todesangst Christi befindet. Das Mittagessen nahmen wir im Österreichischen Hospiz ein, bevor wir die Via Dolorosa mit den einzelnen Kreuzwegstationen entlanggingen. Hier konnten wir uns recht gut vorstellen, wie Jesus das Kreuz nach Golgotha schleppte, den steilen, felsigen Weg hinauf, vorbei an gaffenden, spottenden Menschen ... Auch wir gingen durch die sehr engen Gassen, durch dichtes Menschengewirr, vorbei an Händlern, die ihre Waren anboten, bis wir endlich zur Grabeskirche kamen. In der Kirche sorgte unsere Reiseleiterin dafür, dass wir uns zur Besichtigung des Hl. Grabes nicht zu lange anstellen mussten, obwohl dort sehr lange Menschenschlangen warteten. Jeder von uns berührte ehrfurchtsvoll die Stelle, wo Jesus im Grab ruhte. Zuletzt besuchten wir noch die Klagemauer, ein heiliger Platz für die gläubigen Juden, ein Ort des Gebetes und des Feierns ihrer hohen Feste.

Am nächsten Tag folgte eine Panoramarundfahrt durch die Neustadt von Jerusalem, bevor wir uns nach Betlehem aufmachten. Dort besuchten wir das Karmeliterkloster, wo die selige Sr. Mirjam von Abellin die Grabstätte hat. Zu unserer Freude durften sich alle Blinden den Mantel der Seligen umhängen, der aus feinem Kamelhaar bestand. Auch konnten wir erkennen, wie steil das Gebirge ist, über das Maria und Josef nach Betlehem wandern mussten.

Obwohl wir in der Geburtskirche Jesu wegen der vielen Menschen lange warten mussten, war es für alle eine große Freude, dass wir den Stern an der Geburtsstelle berühren bzw. küssen durften. Nach dem Besuch des Hirtenfeldes erzählte uns der palästinensische Reiseleiter – denn nach Betlehem darf der israelische Führer nicht mitfahren – von der Not der Christen in dieser mit einer hohen Mauer umgebenen Stadt. Viele von uns kauften auch Geschenke aus Olivenholz; diese Erzeugnisse sind für diese Menschen die einzige Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Schließlich machten wir noch einen Ausflug durch die Wüste Judäa nach Qumran, wo die Schriftrollen des Propheten Jesaja gefunden wurden. Es folgte eine Seilbahnfahrt auf die Herodes-Festung Massada. Dann ging es hinunter zum Toten Meer, das 400 m unter dem Meeresspiegel liegt und in dessen Wasser die verschiedensten Salze und Mineralien gelöst sind. Den Tagesabschluss bildete ein Bad im Toten Meer, für viele ein besonderes Erlebnis.

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen. Bevor wir zum Flughafen fuhren, betrachteten wir noch die Abu-Gosh Kreuzfahrer-Kirche und besuchten die Betlehem-Schwestern in Bet Shemal. Der Besuch bei den Schwestern, mit denen wir auch unseren Abschlussgottesdienst feierten, war besonders berührend. Sie leben in der Wüste ganz still und abseits und ohne Schutz, und sie sehen ihren Auftrag darin, für die Freundschaft, das Vertrauen und den Frieden zwischen Christen und Muslimen zu beten.

Dass unsere Pilgerreise auch nachhaltig wirksam bleibt, haben wir ganz besonders unserem geistlichen Leiter, Herrn Dr. Ignaz Hochholzer, zu danken. Wir waren auf den Spuren Jesu unterwegs, und bei unseren täglichen Gottesdienstfeiern betrachteten wir gemeinsam die zu den jeweiligen Orten passenden Evangelienstellen.

Irmgard Uhl

Können Kranke heilsam für Gesunde sein?

Ja, sagt der Kamillianerbruder Gianni Dalla Rizza, der das Glaubensseminar der Kamillianischen Familie Südtirols vom 26. bis 30. Mai in der Lichtenburg in Nals geleitet hat. Er war extra aus Thailand gekommen, wo er als Missionar auf verschiedene Weise dafür sorgt, dass möglichst viele Kinder, zum Teil auch Flüchtlings- und Waisenkinder, eine gute Schul- und Berufsausbildung bekommen, um ihr Leben eigenverantwortlich meistern zu können.

Viele Mitglieder der Kamillianischen Familie unterstützen Patenkinder in Thailand, die von Bruder Gianni betreut werden. Während dieser Tage kamen immer wieder Paten zu Besuch, um sich bei Bruder Gianni über „ihre“ Kinder zu erkundigen und ihm kleine Patengeschenke mitzugeben. Dabei erzählte Bruder Gianni auch von seinem letzten Projekt, mit dessen Realisierung ein Herzenswunsch von ihm in Erfüllung gegangen ist: Innerhalb seines Kinderzentrums im Norden von Thailand konnte er ein Heim für behinderte Kinder eröffnen und liefert dadurch ein gutes Beispiel für eine gelungene Integration.

Zu den Hauptthemen des Glaubensseminars zählten weiters das Gebet sowie die Spiritualität des Hl. Kamillus, also die Nachfolge Christi in der Liebe zu den Leidenden, und der Referent verstand es meisterhaft, Theorie und Praxis zu verbinden. Anhand von Gleichnissen aus der Bibel verdeutlichte er die Wichtigkeit der Demut und die Offenheit des Herzens für das Beten.

Kranke und behinderte Menschen können oft Vorbilder für gesunde Menschen sein, wenn sie ihr Leiden akzeptiert haben und durch ihre Gelassenheit und Ruhe wohltuend auf gesunde, aber gestresste Menschen wirken. Krankenbesuche sind oft mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden, doch wir sind immer Nehmende und Gebende. Deshalb müssen wir offen sein für das, was uns der kranke und leidende Mensch zu sagen hat, manchmal vielleicht auch ohne Worte. Jesus Christus ist groß und weit erhaben über uns, hat sich aber auch klein und arm gemacht, um uns durch seine Armut reich zu beschenken.

Die Teilnehmer aus Südtirol, Österreich und Deutschland konnten in Kleingruppen das Gehörte vertiefen und eigene Erfahrungen austauschen. Dadurch entstanden ein reges Miteinander und eine lebendige Gemeinschaft. Ein besonderer Dank gilt Renate Torggler Ninz, die mit großer Fachkompetenz die Ausführungen in italienischer Sprache ins Deutsche übersetzte.

Das tägliche Morgenlob wurde von den Teilnehmern selbst gestaltet. Zur Hl. Messe kamen verschiedene Priester, so Dekan Alexander Reich aus Tisens, Pfarrer Florian Platter aus Riffian, der Blindenseelsorger August Prugger und zum Sonntagsgottesdienst Dekan Seppl Leiter aus Terlan.

Olga Menghin

Einladung und Vorankündigungen

Aus dem Referat Erwachsenenbildung

Die Doppelnummer der „Lux Vera“ gibt mir wieder Gelegenheit, auf eine Veranstaltung im Herbst hinzuweisen und die Interessierten an die Anmeldefrist zu erinnern. Gleichzeitig bietet Ihnen der Ausblick auf verschiedene Angebote im kommenden Jahr schon jetzt die Möglichkeit, sich etwas vorzumerken. Die Verantwortlichen der Veranstaltungen und ich hoffen, auf Ihr Interesse zu treffen, und wir laden Sie zur Teilnahme herzlich ein.

 

„Weiße Flecken“ in liturgischen Feiern -

freie Räume für Gestaltungsmöglichkeiten

Liturgie-Werkstatt XII

Für die meisten Elemente unserer vielfältigen gottesdienstlichen Feiern fordern die liturgischen Ordnungen eine Gestaltungs-entscheidung:

- in auswählender Art von vorgegebenen Texten und Handlungsweisen, oder

- fast völlig frei, nur dem Sinn des Elementes in der Feier entsprechend.

Dies ist eine reizvolle Aufgabe und fragt Kreativität bei LeiterIn und Vorbereitungsgruppe an.

Es betrifft Texte und Musik ebenso wie Feierraum und nichtsprachliche Ausdrucksweisen (wie Gesten, Körperhaltungen, Symbole, Prozessionen u.a.m.).

Wir lassen uns Hintergründe erschließen, vertiefen in gemeinsamen Feiern, be-greifen bei Exkursionen, berücksichtigen die blindenspezifischen Belange und haben eine Plattform für Gedankenaustausch, Anregungen, aktuelle Informationen, Reaktionen.

Termin:                17. - 23. Oktober 2010

Ort:                        IBZ Landschlacht

Leitung:                Gerlinde Gregori (DKBW)

Referenten:        Dr. Bernhard Höffner (Liturgiewissenschaftler)

                        Heinz Kellner (BA Österreich)

                        Matthias Gampe (Kirchenmusiker)

Kosten:                Reise- und Pensionskosten

Teilnehmer:        offen für Interessierte aus dem deutschsprachigen

Raum

Anmeldung        bis spätestens 1. September 2010

 

DKBW – Referat Erwachsenenbildung,

Gerlinde Gregori

Mail: dkbw-erwachsenenbildung@t-online.de

Termin-Vorschau für das erste Halbjahr 2011

24. – 28. Januar, IBZ Landschlacht

„Wege des Glaubens - Wege der Kirche“

Geistliche Begegnungstage für behinderte Ordensleute

mit Superior Rolf Oster

Anmeldung bis 20. November 2010 – siehe direkte Aussendung

29. Januar bis 5. Februar, IBZ Landschlacht

„Für wen haltet ihr mich?“ - Religiöse Bildungswoche für Frauen,

u.a. Pfarrer Dr. Harmansa zu den Christusbildern der Evangelien

Anmeldung bis zum 1. Dezember 2010 – siehe auch direkte Aussendung

10. – 13. Februar, Duderstadt

Enneagramm V (Gruppe B)

(mit Margrita Appelhans)

16. – 19. März, IBZ Landschlacht

Enneagramm XI (Gruppe A)

(mit Margrita Appelhans und Arno Kohlhoff)

Zwei Angebote in Kooperation mit dem IBZ:

1. April-Hälfte

Atempause (Fasten und Besinnung)

Anmeldungen ausschließlich im IBZ.

17. – 25. April

Kar- und Ostertage

(mit Annette und Aleksander Pavkovic, P. Matthias Hierlinger)

Anmeldungen ausschließlich im IBZ.

Gerlinde Gregori

 

Gebetsmeinungen

August 2010

Wir beten,

- dass Arbeitslose, Obdachlose und alle, die in großer Not leben, auf Verständnis und Annahme stoßen und konkrete Hilfe bei der Überwindung ihrer Schwierigkeiten finden.

„Jeder Mensch hat ein Recht auf Arbeit“, so oder ähnlich heißt es in den Grundgesetzen vieler Staaten. Dieses Recht wird aber lange nicht mehr umgesetzt. Wohl auch deshalb gibt es in manchen Gegenden Europas zweistellige Arbeitslosenzahlen. Wer keine Arbeit hat, gerät bald in finanzielle Notlagen und kann unter Umständen nicht nur einen bestimmten Lebensstandard, sondern auch das eigene Dach über dem Kopf verlieren. Es gibt, Gott sei Dank, zahlreiche Einrichtungen und Dienste, die bereit sind, diesen in Not geratenen Menschen zu helfen. Es braucht andererseits aber auch die Bereitschaft der in solchen Notlagen geratenen Personen, offen zuzugeben, dass sie der Hilfe bedürfen, weil sie sich alleine nicht mehr über Wasser halten können. Es braucht also ein Zweifaches: die Bereitschaft auf der einen Seite, Notleidenden professionelle und diskrete Hilfe anzubieten; auf der anderen Seite die Demut von Betroffenen, die eigene Not einzugestehen und Hilfe möglichst rasch in Anspruch zu nehmen, damit die Not bald eingegrenzt und beendet werden kann.

 

- dass die Kirche die „Wohnung“ aller ist, bereit die Türen all jenen zu öffnen, die durch Diskriminierung wegen ihrer Rasse oder Religion, durch Hunger und Kriege gezwungen sind, in andere Länder auszuwandern.

Oft wird die Kirche aufgefordert, sie möge doch ihre leeren Klöster und Pfarrhäuser für Bedürftige öffnen. Wer solche Vorwürfe erhebt, weiß meistens nicht, wie bereitwillig kirchliche Einrichtungen und Klöster den Menschen in Not helfen. Wenn es nicht kirchliche Einrichtungen wären, die die Bootsflüchtlinge in Süditalien aufnehmen würden, wäre es um diese schlimm bestellt. Dabei wird nicht geschaut, welcher Hautfarbe die Flüchtlinge sind. Es wird auch nicht gefragt, warum sie ihre Heimat verlassen haben. Kirchliche Einrichtungen bieten ihre Hilfe vorbehaltlos an und versuchen, den ihnen anvertrauten Menschen nicht nur Wohnung, sondern sogar Heimat zu bieten. Die Kirche und ihre Dienste sind dabei freilich auf die Unterstützung der öffentlichen Hand angewiesen, weil sie auch einen Dienst im Interesse der Öffentlichkeit verrichten, ganz im Sinne Jesu: „Ich war obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35).

 

- um eine segensreiche Wallfahrt der Arbeitsgemeinschaft.

Wallfahrten galten seit alters her als eine besondere Herausforderung. Sie wurden oft bei wichtigen Lebensentscheidungen unternommen und konnten, je nach dem gewählten Ziel, auch Monate lang dauern. Stets waren sie mit großen Strapazen und Mühen verbunden. Auch heute noch ist es bei vielen Wallfahrten Brauch, etwa einen kleinen Stein im Gepäck mitzunehmen, der am Ende des Weges auf einen bereits großen Steinhaufen geworfen wird. Immer hat man mit den Wallfahrten entweder den Dank für erhaltene Gnaden oder die Bitte um den besonderen Segen Gottes verbunden. So ist auch die Wallfahrt der Arbeitsgemeinschaft unter diesen beiden Vorzeichen zu sehen. Es gilt zu danken für all das Gute, das durch die gemeinsame Arbeit erreicht worden ist. Außerdem bitten wir Gott, den Herrn, wiederum um seinen Beistand, damit die Mühen der Arbeitsgemeinschaft auch in Zukunft von Erfolg gekrönt sein mögen.

 

September 2010

Wir beten,

- dass in den weniger entwickelten Regionen der Welt die Verkündigung des Wortes Gottes die Herzen der Menschen erneuert und sie ermutigt, Hauptakteure eines authentischen sozialen Fortschritts zu werden.

Seit Papst Leo XIII. im Jahre 1891 die Sozialenzyklika „Rerum novarum“ veröffentlicht hat, ist der soziale Einsatz der Kirche zugunsten der arbeitenden Bevölkerung nicht mehr wegzudenken. Alle folgenden Päpste haben sich an diesem Lehrschreiben orientiert, das sich für eine soziale und gerechte Behandlung der Arbeitenden eingesetzt hat. Nicht überall hat diese soziale Dimension der Verkündigung schon Fuß gefasst. In vielen Regionen der Erde sind arbeitende Menschen vielfach rechtlos, verfügen über keine soziale Absicherung und werden nicht selten ausgenutzt. Es ist daher wichtig, in diesen Gegenden des Erdballs bei der Verkündigung der Frohen Botschaft Christi auch auf die soziale Komponente des Evangeliums zu verweisen. Auch dieser Einsatz ist Teil der Lehre der Kirche und muss den Menschen näher gebracht werden, damit die arbeitende Bevölkerung nicht länger benachteiligt wird, sondern auch jenen Anteil an der Wirtschaft erhält, der ihr zusteht.

 

- dass durch das Öffnen der Herzen für die Liebe, die vielen Kriege und Konflikte in aller Welt beendet werden, bei denen immer noch viel Blut vergossen wird.

Weltweit gibt es, Schätzungen zufolge, etwa 60 kriegerische Auseinandersetzungen und Konflikte. Täglich kommen unzählige Menschen durch diese sinnlose Gewalt und deren Folgen wie Hungersnöte, Arbeitslosigkeit, Vertreibungen usw. ums Leben. Jesus Christus hat uns aufgezeigt, dass die Spirale der Gewalt allein durch die Liebe unterbrochen werden kann. Nicht umsonst werden wir im Evangelium aufgefordert, nicht nur jenen Gutes zu tun, die auch uns gegenüber wohlgesinnt sind, sondern auch die Feinde zu lieben wie uns selbst. Dieses Gebot der Feindesliebe ist sicher einer der höchsten Ansprüche des Christentums. Es ist aber letztlich der einzige gangbare Weg, um allen Konflikten und Kriegen ein für alle Mal ein Ende zu bereiten. Erst wenn der Frieden auf Erden überall eingekehrt ist, wird es möglich sein, allen Menschen schulische Bildung, Arbeit und damit auch Wohlstand auf Dauer zu garantieren.

 

- um eine gute Medienarbeit in unserem Schriftenapostolat.

Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass nur mehr das real geschehen ist, was in den Medien wiedergegeben wird. Mit anderen Worten: wovon in den Medien nicht berichtet wird, das scheint es gar nicht gegeben zu haben. Es ist daher für jede Arbeitsgemeinschaft wichtig, medial präsent zu sein, damit sie und ihre Tätigkeit von der Öffentlichkeit nicht ganz vergessen werden. Gute Kontakte mit den Medien sind daher unumgänglich, damit die eigenen Arbeiten und Aktivitäten auch einer breiten Leser-, Hörer- und Seherschaft zugänglich gemacht werden. Das Schriftenapostolat soll nicht nur für die eigenen Mitglieder zugänglich sein, sondern vielen interessierten Menschen nach wie vor offen stehen. So können weiterhin Sympathisanten und Helfer bzw. Helferinnen für die eigenen Aufgaben gewonnen werden und kann der Dienst an den hilfsbedürftigen Mitmenschen weiterhin erfolgreich fortgesetzt werden.

Thomas Stürz

 

 

Kontakt:

Thomas Stürz

Domplatz 5, I-39100 Bozen

Mail: thomas.stuerz@bz-bx.net

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IMPRESSUM

 

REDAKTION

Margrita Appelhans (DKBW)

E-Mail: m.appelhans@t-online.de

 

MIT BEITRÄGEN AUS DEN

MITGLIEDSORGANISATIONEN DER ARBEITSGEMEINSCHAFT

 

BLINDENAPOSTOLAT ÖSTERREICH

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Tel. 0043/1/51 552-33 05, Mobil: 0043/664 610 1129

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„Pauline von Mallinckrodt“

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